Einweihung beim einjährigen Jubiläum im Januar – Echte Pionierarbeit

Eigene Räume für Asylhelferkreis

FEUCHT – Der Feuchter Asylhelferkreis kann am 30. Januar 2016 bereits auf ein ganzes Jahr sehr erfolgreicher Arbeit zurück schauen. Knapp 100 ehrenamtliche Helfer haben in dieser Zeit echte Pionierarbeit geleistet, denn wie man mit der Problematik der Aufnahme und Integration Asylsuchender umgehen sollte, musste man selbst erst einmal lernen.

Natürlich hat man sich sehr gut informiert und in Veranstaltungen, Rundschreiben und Gruppenarbeit viel zur Aufklärung beigetragen und gelernt. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, dass dann alles auch so klappt, wie man sich das vorstellt. In Feucht hat es bisher jedoch gut funktioniert. Und das spürt man auch in Gesprächen mit den Flüchtlingen: Die meisten fühlen sich sehr wohl und sind dankbar für die Hilfe und Zuwendung. Das konnte man wieder spüren, als sich beim Treffen im Café International mehrere Personen ausgesprochen positiv geäußert haben.

Lebenspraktische Unterstützung

Der Asylhelferkreis Feucht bietet lebenspraktische Unterstützung wie Begleitung zu Ämtern, Ärzten oder Geschäften; Beteiligung bei Sport, Musik und Freizeit; Hinführung zu Bildung, Ausbildung oder Jobsuche; Vermittlung von Ehrenamtsarbeiten und Kontakten zur Bevölkerung; Betreuung von Kindern.

Es wurden erfolgreiche Deutschkurse abgehalten, was auch in Zukunft fortgeführt werden wird. Es existiert eine Fahrradwerkstatt in der Röthenbacher Straße, wo man Räder leihen kann. Durch den Stöberladen werden viele mit Kleidern und Dingen zum täglichen Gebrauch ver-
sorgt.

All dies ist durch vorbildliche ehrenamtliche Arbeit und durch großzügige Sponsoren möglich geworden. Die Marktgemeinde Feucht hat dem Asylhelferkreis Räumlichkeiten im „Metzhaus“ neben dem Rathaus zur Verfügung gestellt, wo jetzt die Treffen und Besprechungen stattfinden.

Diese Räume sollen offiziell am 30. Januar eingeweiht werden und anschließend wird das einjährige Jubiläum mit allen Helfern, Sponsoren, Mitarbeitern des Stöberladens und allen Freunden und Interessierten gefeiert.

Der Bote, 05.01.2016

Erfolgreicher Deutschkurs für Asylbewerber

Versprechen für Flüchtlinge: „Der Beutel ist noch nicht leer“

FEUCHT – „Schlüssel zur Integration“ nennt der Rotary Club Nürnberger Land die Beherrschung der deutschen Sprache für Asylbewerber. Aus dieser Erkenntnis heraus hat es sich die Wohltätigkeitsvereinigung zur Aufgabe gemacht, so früh wie möglich finanzielle Hilfen für Deutschkurse zu geben, denn ganz umsonst lassen sich Sprachkurse nicht auf die Beine stellen. In anderen Gemeinden wurde die VHS ins Boot geholt, in Feucht wurde ein Einsteigerkurs mit finanzieller Unterstützung der Rotarier und des Bildungsfonds des Nürnberger Lands organisiert, bei dem nur Ehrenamtliche des Feuchter Asylhelferkreises unterrichteten. Jetzt wurde er erfolgreich beendet.

32 Deutschstunden in nur vier Wochen – das hört sich nach einem echten Crash-Kurs an. 18 Asylbewerber haben ihn nun hinter sich, haben motiviert gebüffelt und geübt, und alle konnten eine Urkunde für ihren Erfolg entgegennehmen. In einer kleinen Feierstunde gratulierten Sonja Högner vom Asylhelferkreis Feucht, Anna Lisowski, die die Sprachkurse koordiniert, und Kurt Morchner, der sich aus den Reihen des Rotary Clubs für den Sprachunterricht engagiert, den Absolventen zu ihrer Leistung. Bei der Entgegennahme ihrer „Zeugnisse“ strahlten Schüler und die ebenfalls anwesenden Deutschlehrer um die Wette.

Sonja Högner spricht zunächst noch auf Englisch zu den Asylsuchenden – lauter Syrer bis auf einen Iraker –, einer der Kursteilnehmer übersetzt für seine Mitschüler auf Arabisch. Sie stellt Kurt Morchner und seine Vereinigung vor, erklärt, dass die dafür verantwortlich ist, dass der Kurs möglich wurde, weil unter anderem Lehr- und Wörterbücher zur Verfügung gestellt werden konnten.

in zwei Sätzen

Morchner selber testet dann die Männer und zwei Frauen, indem er langsam und in einfachen Sätzen anfangs nur auf Deutsch mit ihnen spricht. Er stellt sich vor, gratuliert und wünscht alles Gute für die Zukunft. Ganz offensichtlich verstehen die, was er sagt, denn sie lachen und applaudieren an den richtigen Stellen. Dann muss Anna Lisowski doch noch ein paar Sätze ins Englische übersetzen, die der junge syrische „Dolmetscher“ anschließend auf Arabisch vermittelt. Der Rotarier dankt nicht nur den Schülern, sondern allen, die sich für die Kurse engagiert haben, und stellt dabei auch heraus, dass es in Feucht einen ganz besonders aktiven und gut organisierten Helferkreis gibt, der sich hier für den Schlüssel zur Integration starkgemacht hat.

Aus eigener Kraft gestemmt

Denn anders als in den bisherigen Deutsch-Kursen im Landkreis hat man in der Zeidler-Gemeinde nicht die Hilfe der Volkshochschule in Anspruch genommen, sondern die Kurse ausschließlich aus eigener Kraft gestemmt. Als ideal habe sich auch erwiesen, dass die Private Fachakademie für Heilpädagogik in der Hermann-Oberth-Straße ihre Räumlichkeiten für den Unterricht zur Verfügung stellte. Bevor es dann für die Teilnehmer die Urkunden mit einem Foto des gesamten Kurses gibt, sagt Morchner noch den wichtigsten Satz: „Wenn Sie uns brauchen, melden Sie sich, der Beutel ist noch nicht leer.“

93 Flüchtlinge in Feucht untergebracht

Viel Organisatorisches gilt es in den ersten Tagen zu meistern

FEUCHT – Am Dienstag trafen weitere drei Asylbewerber im ehemaligen Hotel Bauer ein, so dass insgesamt nun 93 Asylsuchende in Feucht untergebracht sind, 63 in dem früheren Hotel und 30 in der Röthenbacher Straße.

Der Asylhelferkreis Feucht hat die Neuankömmlinge am Mittwoch und Donnerstag letzter Woche bei der Gemeinde angemeldet, Passfotos machen lassen und mit ihnen Geld bei der Sparkasse abgeholt.

Am Dienstag wurden die Flüchtlinge in Gruppen zur Gemeinde begleitet, damit sie den Barscheck für ihre monatliche finanzielle Unterstützungsleistung entgegennehmen konnten, um diesen dann bei der Sparkasse einzulösen. Eine weitere wichtige Aufgabe, die sich den Ehrenamtlichen stellt, wird sein, zusammen mit der Diakonie festzustellen, wann wer zur Asylbeantragung nach Zirndorf muss und wer einen Krankenschein für einen Arztbesuch benötigt. Diese Personen werden dann bei den Arztbesuchen unterstützt. Hierbei werden Dolmetscher des Helferkreises, aber auch Asylbewerber selbst, bei der Übersetzung von Arabisch über Englisch in Deutsch helfen.

Wenn das Verfahren abgeschlossen und entschieden ist, werden jene, die den Asylstatus erhalten haben, bei weiteren Behördengängen, zum Beispiel beim Ausländeramt oder dem Jobscenter in Lauf, unterstützt. Des Weiteren werden die Verantwortlichen für den Deutschunterricht die verschiedenen Stufen des Deutschlernens – Alphabetisierung, erste Schritte in Deutsch oder einen Intensivkurs in Deutsch – vorstellen und die Flüchtlinge dazu einladen.

Auch die Gruppen aus dem Helferkreis, die sich in der Beschäftigung der Asylsuchenden und im „Café International“ engagieren, werden demnächst ihr Programm vorstellen. G.S.

FEUCHT – Mützen, Schals, Hosen, Pullis, Decken, Socken, Kuscheltiere: Alles ist in mühevoller Handarbeit stelbst hergestellt. Über ein Dutzend Frauen aus Feucht spendeten ihre Arbeiten für den guten Zweck: Der Tafel in Feucht.

Karin Weber und Heidi Kraußer vom HandarbeitsTreff waren auf die deutschlandweite Aktion „Jeder macht, was er kann“ des Vereins Initiative Handarbeit aufmerksam geworden und beschlossen spontan, mitzumachen. Viele Kundinnen hielten den Gedanken, Selbstgemachtes für Bedürftige zu spenden, für eine gute Idee und so griffen etwa 20 von ihnen zu Nadel und Faden. Auch bei den wöchentlichen Handarbeitsabenden wurde gestrickt, genäht und gehäkelt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wurde an Mitarbeiter der Tafel übergeben, die die Ware in der Ausgabestelle in der Unteren Kellerstraße weiterreichen. Bis zu 45 Menschen, darunter Ältere und Alleinerziehende, nutzen die zwei wöchentlichen Ausgabetermine in Feucht.

Tafel-Mitarbeitern Karin Koch strahlt besonders angesichts der Baby-Accessoires. „Zwei der Frauen haben gerade erst entbunden, eine dritte ist schwanger“, verrät sie. Die Mütter werden sich über die Kleidung besonders freuen. „Das ist eine schöne Ergänzung zu den Lebensmitteln“, ergänzt zweiter Vorsitzender Helmut Doyen.

Die neu in Feucht eingezogenen Asylbewerber profitieren nicht von der Spendenaktion. Nach einer Anordnung der Bundestafel erhalten nur anerkannte Asylbewerber einen Tafelausweis. Wie mit den anderen Bewerbern verfahren wird, das handhabt jede Ausgabestelle anders. In Feucht stehen derzeit keine Kapazitäten bereit, um überschüssige Lebensmittel in die Unterkünfte zu fahren – und auch dann dürfen an Menschen ohne Tafelausweis nur Brot, Brötchen, Obst und Gemüse verteilt werden.

Bilder vom Einstufungstest für den Deutschunterricht

Deutschunterricht

 

Asylhelferkreis informierte und rührte Werbetrommel

Manpower und Ideen werden dringend gesucht


 

Von: Gisa Spandler

Voll besetzt war der Gemeindesaal, als die Mitglieder des Helferkreises, wie hier Ulrike Grosche, ihre Vorstellungen erläuterten. Foto: Spandler

FEUCHT – Ein Satz war auf dem jüngsten Asylhelfertreffen immer wieder zu hören: Wir brauchen noch mehr Engagierte, wir brauchen ihre Ideen.“ Ursprünglich wollte man auf dem Treffen der Koordinatoren die Begrüßung der 60 bis 70 Asylbewerber planen, die eigentlich schon diese Woche im ehemaligen Hotel Bauer ankommen sollten. Doch da dieser Termin von der Regierung kurzfristig verschoben wurde, beschränkte man sich darauf, den an die 80 Interessierten im evangelischen Gemeindehaus die Arbeit der einzelnen Gruppen unter dem Dach des Asylhelferkreises vorzustellen, und eben um weitere Unterstützer zu werben.

Der Sprecher des Kreises, Klaus-Peter Päuser, begrüßte einige Ehrenamtliche, die sich bereits in der Gruppe engagieren, sowie Ansprechpartner für weitere potenzielle Helfer, wie Michael Thalheimer und Jens Söckneck von der Marktgemeinde sowie Manuela Auer und Astrid Uher von der Regierung von Mittelfranken, die für die Flüchtlingsbetreuung in Nürnberg und auch in Feucht zuständig sind. Päuser wies auf die bisherigen Tätigkeiten des Helferkreises hin, der sich um die Asylbewerber, die von den Koordinatoren konsequent „Gäste“ genannt wurden, in der Röthenbacher Straße gekümmert hat, und deren Zahl sich stetig erhöht – mit den Neuankömmlingen werden es in Feucht wohl insgesamt um die 120 werden. Auf Fragen aus dem Publikum wurde informiert, dass die „Neuen“ direkt aus Zirndorf kommen, die Gesundheitsuntersuchung bereits hinter sich haben und alle Syrer sind, darunter drei oder vier große Familien.

Peter Liebig, stellvertretender Sprecher des Kreises und zuständig für Dolmetscher, Behördenkontakte und Arztbesuche, berichtete über die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn ein Asylbewerber beispielsweise einen Antrag auf Deutsch erhält und den ausfüllen muss. Zwar gibt es ja die Asyl-Sozialarbeiter, aber die sind für 300 bis 400 Menschen zuständig, so dass es ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen nicht geht.

Sonja Högner koordiniert Sprachunterricht und das künftige Café International. Bereits seit März werden neun Flüchtlinge unterrichtet, erläuterte sie. Momentan gibt es 14 Deutschlehrer, mehr werden aber gebraucht, wenn die große Gruppe der Asylsuchenden erst da ist. Anna Lisowski, Lehrkraft für Migrationskurse, versicherte auf Nachfrage, dass es keiner besonderen Voraussetzung bedarf, um Unterricht zu erteilen: „Bereitschaft und Spaß, ein Konzept und Materialien sind vorhanden.“

Aus den Unterkünften holen 

Ulrike Grosche kümmert sich um den großen Komplex der Beschäftigungsangebote. Es gehe vor allem darum, die Asylbewerber aus ihren Unterkünften herauszuholen, die Wartezeit sinnvoll mit ihnen zu gestalten und sie dazu zu bringen, ihre Deutschkenntnisse anzuwenden. Bisher hat man im TSV Feucht schon einen Partner gefunden, der sie auf den Fußballplatz geholt hat. Manfred Dauphin vom TSV bestätigte die Bereitschaft, die Asylsuchenden und ihre Kinder zu vergünstigten Konditionen trainieren zu lassen. Der BLSV übernimmt dabei die Versicherungskosten. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass alle, die mit Kindern arbeiten, ein erweitertes Führungszeugnis brauchen, das bei der Gemeinde kostenlos zu erhalten ist. Künftige Aufgaben, so Grosche werden Hausaufgabenbetreuung der Schulkinder sein, man ist aber auch offen für weitere Beschäftigungsvorschläge im musisch-kreativen Bereich. Ein besonderes Projekt ist die Fahrradwerkstatt, die Beate Michler vorstellte. Gebrauchte, gespendete Fahrräder sollen fahrtüchtig gemacht werden, damit zum einen die Bewohner der Unterkünfte mobil werden und zum anderen, dass sie lernen, sich selber bei der Instandsetzung zu engagieren.

Ein wichtiger Anlaufpunkt für Helfer und ihre Gäste soll das Café International werden, erklärte Sonja Högner. Im Saal der katholischen Kirche werde man sich jeden zweiten und vierten Freitag ab 11. September treffen, um ins Gespräch zu kommen. Hier werden, wie in all den anderen Gruppen, noch Helfer gesucht, die sich um die Bewirtung kümmern, aber auch solche, die sich auf den Austausch mit den Ausländern einlassen.

Akzeptanz durch Information 

Ernst Klier berichtete von der Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit. „Informieren nach innen und außen“, sei ein wesentlicher Punkt, um Akzeptanz in der Nachbarschaft zu schaffen. Dabei spiele es nicht nur eine Rolle, was man den Menschen, die hierher kommen, anbieten wolle, man solle deren Anwesenheit auch als Bereicherung sehen und sich damit auseinandersetzen, was sie mitbringen. Zu den Aktivitäten gehören die Pflege der Internetseite oder das Erstellen von Spenden-Flyern, denn man brauche ja immer Geld für die verschiedensten Bereiche. An dieser Stelle klinkte sich schließlich Rüdiger Fröhlich ein, der die Finanzen verwaltet. Die speisen sich vornehmlich aus privaten Spenden, den Erlösen vom Stöberladen und dem Bürgerfest. Selbstverständlich seien sie steuerlich absetzbar, versicherte Fröhlich. Ihren Respekt vor der bisherigen Arbeit der Unterstützergruppe drückte Astrid Uher von der Regierung aus. Aber, so gab sie den Koordinatoren mit auf den Weg, „die Asylbewerber haben auch Pflichten“. Man möge bitte darauf schauen, dass sie sich an die Hausordnung halten und auf Sauberkeit in den Häusern achten.

Bevor sich die Interessenten in den einzelnen Gruppen informierten und sich in die entsprechenden Listen eintrugen, wurden noch diverse Fragen beantwortet. So ging es um Sachspenden, die nur angenommen werden, wenn es sich etwa um Schulmaterialien, Fahrräder oder Spielzeug handelt. Auch die Sicherheit der Asylbewerber war ein Thema. Ein ständiger Sicherheitsdienst sei nicht vorgesehen, allerdings gebe es ein Notfalltelefon und es seien Schlüssel bei der Feuerwehr und der Polizei hinterlegt, versicherte Flüchtlingsbetreuerin Uher.

Am Rande der informativen Veranstaltung wurden aber auch kritische Stimmen laut, die allerdings die Politik betrafen. Karin Kaisinger beklagte die fehlende Unterstützung der Ehernamtlichen, die sich schließlich um die Integration von Menschen bemühen, die zum großen Teil in Deutschland bleiben werden und hier ja auch dringend gebraucht werden.

Auch Anna Lisowski beklagte sich über die mangelhafte Informationspolitik von Seiten der Behörden und des Staates und bezog sich damit unter anderem auf die unpräzisen Angaben zum Ankunftstermin der Asylbewerber im ehemaligen Hotel Bauer. Die werden derzeit für Ende der kommenden Woche erwartet. www.asylhelferkreis-feucht.de

 



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